Laterne des Lübecker Martensmanns
- Messing und Hornscheiben (nicht restaurierter Zustand)
- Höhe: ca. 1 m
1838 wurde diese Laterne im Keller des Schweriner Schlosses entdeckt. Sie fand lange Zeit Einsatz bei einem Brauchtumszug. Der jährlich im November durchgeführte Zug erinnerte die freie Hansestadt Lübeck und das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin daran, miteinander gute Nachbarschaft zu halten. Zum Brauch gehörte eine um den Martinitag angesetzte Kutschfahrt des Martensmanns von Lübeck über die festgelegten Stationen Schönberg, Rehna und Dragun bis in die Residenzstadt Schwerin. Von seiner Kalesche aus warf der Reisende der Volksmenge Münzen aus seiner Geldkatze zu. Die wichtigste Ladung jener offenen Kutsche aber war ein Fass Lübecker Wein (Rotspon). Mit diesem wurde am Zielort Schwerin auf gedeihliche Nachbarschaft angestoßen. Ein abendliches Festbankett beschloss den Zug, der erstmals 1751 schriftlichen Niederschlag fand, möglicherweise aber bereits im Mittelalter gepflegt wurde.
Text: F.O.

















