Skipnavigation Virtuelles Museum zur Geschichte Mecklenburgs und Vorpommerns

Springe direkt zu:

Menü öffnen
Lebensweise | 1800 bis 1850 | Mecklenburg bis 1945

Mangelbrett

Mangelbrett, 1803
360° Ansicht
  • Holz geschnitzt mit Knocheneinlagen
  • Norddeutschland
  • 1803
  • Länge: 64 cm

Das aus der Sammlung des Volkskundemuseums Schwerin Mueß stammende Mangelbrett ist 1803 an der Westküste Schleswig-Holstein hergestellt worden. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit als Stellvertreter oder Vergleichsobjekt zu den einheimischen Mangelhölzern in die Sammlung Richard Wossidlos aufgenommen worden. Gestalterisch und zeitlich lässt es sich mit vergleichbaren Objekten der Wilster Marsch zuordnen. Die Kanten des aus Buchenholz hergestellten Brettes sind in Blattwerk abgesetzt und gestuft. In dieser Stufung lagen bei diesem Objekt Einlegearbeiten aus dunkel gefärbtem Holz und Bein, von denen einige erhalten sind. Den oberen Abschluss bildet eine Darstellung zweiter Menschen, die den alttestamentarischen Bezug auf Adam und Eva zulassen und das Mangelbrett eindeutig als Minnegabe für die Braut ausweisen. Der Griff in Form eines weiblichen Fabelwesens tritt in der Wilster Marsch gehäuft auf und wird verschiedentlich als Melusine bezeichnet. Für den eigentlichen Gebrauch fehlt das entscheidende Rundholz. Auf diesem wurde die frisch getrocknete Tisch- oder Bettwäsche aufgerollt. Anschließend bewegte man das Brett über die Rolle. Es handelt sich um kaltes Glätten der Wäsche. Mangelbretter waren im gesamten norddeutschen Raum bis ans Ende des 19. Jahrhundert in Gebrauch.

Text: O. B. / G. K.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Das Exponat bezieht sich auf:

Kontakt

Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß

Alte Crivitzer Landstraße 13
19063 Schwerin