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Ein "Obdach" in Mecklenburg-Strelitz

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Quelle: Privatbesitz Reinhard Wulfhorst Blick vom Haussee auf den Ziegenberg mit »Haus Obdach«, Postkarte um 1912

Was bringt einen erfolgreichen Komponisten in das kleine Städtchen Feldberg in Mecklenburg-Strelitz? Es dürfte die ruhige Einsamkeit sein, die der in Mannheim geborene, in Leipzig und Berlin erfolgreiche Robert Kahn hier sucht. Seit 1903 Professor an der Staatlich Akademischen Hochschule für Musik in Berlin, kann er 1910 nicht nur auf die Krönung seiner lehrenden Karriere zurückblicken, sondern auch auf ein Jahrzehnt, in dem seiner Frau Katharina und ihm drei Töchter geboren wurden.

Nun hält das Elternpaar gezielt Ausschau nach einem Ort als ruhiges Refugium. 1910 kaufen die beiden ein Grundstück in Feldberg, und bereits ein Jahr später ist eine großzügige Villa bezugsfertig, die den Namen "Haus Obdach" erhält. Hier werden die Kahns fortan ihre Sommerfrische verbringen, Familienfeste feiern und nicht zuletzt Gäste empfangen, mit denen ausgiebig musiziert wird.

Bleistiftzeichnung 1911
Quelle: Privatbesitz Familie Greiner-Kahn Albert Hertel: Blick vom Haussee auf den Ziegenberg mit "Haus Obdach"; Bleistiftzeichnung 1911

Das "einfache kleine Landhäuschen" - wie Katharina Kahn das Projekt 1910 in einem Brief nannte, inspirierte ein Jahr später ihren Vater, den Künstler Albert Hertel, zu einer Serie von Zeichnungen.

Musikalisch setzte Robert Kahn im Sommer 1924 das um, was seine Frau Katharina und er an der mecklenburgischen Provinz schätzten. Das Lied "Waldeinsamkeit" gehört zum Zyklus "Es naht des Herbstes Zeit".

© Stiftung Mecklenburg, Aufnahme: Studio 2 tonstudios, Schwerin
Gesang: Sophia Maeno; Flügel: Maša Novosel

Eintrag des Geigers Karl Klinger im Gästebuch &quotHaus Obdach", 1915
Quelle: Privatbesitz Familie Greiner-Kahn Karl Klingler, Eintrag im Gästebuch von "Haus Obdach", 1915

Einen Hinweis darauf, wie reichhaltig das Leben im "Haus Obdach" war, liefert das Gästebuch des Hauses. In ihm sind Einträge von 1910 bis November 1938 erhalten. Gedichte, Zeichnungen und geschriebene Noten begleiten die "einfachen" Texte, die in nicht weniger als sieben Sprachen verfasst sind.