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Großschiffbau und Überseehafen

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Schiffbauerinnen der Warnowwerft Rostock 1959

1953 werden über 500 Hotel- und Pensionsbesitzer enteignet und strafverfolgt.

Neben der Neptunwerft wird in die Warnowwerft, die Matthias-Thesen-Werft und die Zulieferbetriebe investiert. Zunächst werden Küstenmotorschiffe gebaut. Ab 1957 liefert die Warnowwerft Schiffe mit 10 000 Tonnen aus. Dafür entsteht der Rostocker Überseehafen. Die Werften werden 1973 im Schiffbaukombinat Rostock zentralisiert und Häfen, Reedereien und Dienstleister im "Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft". Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist auch in Kreisstädten angesiedelt. 1973 werden die letzten Privatbetriebe verstaatlicht. Die Bauwirtschaft wird ab 1954 durch die Großblockbauweise industrialisiert. 1972 erreicht die Gästezahl im Ostseebezirk die 2-Millionen-Grenze.

Autobahnen entstehen zwischen Berlin-Rostock und Berlin-Hamburg. Schwerin erhält ein Plastmaschinen-, ein Plastverarbeitungs- und ein Lederwerk. Lebensmittelindustrie ergänzt in den drei Nordbezirken den Weg zu "Industrie-Agrar-Bezirken".

Seit 1990 wird in Telekommunikation und Infrastruktur investiert. Klein- und Mittelbetriebe in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie entwickeln sich zögerlich. Die Werften wechseln oft die Besitzer und werden subventioniert. Neue Standorte entstehen durch Biomedizintechnik in Rostock, Teterow und Schwerin. Starken Aufschwung erlebt der Tourismus. Die Gästezahl überschreitet die 5-Millionen-Grenze. Wirtschaftlich driften die Küstenregion und die schwache südöstliche Region Vorpommerns auseinander.

Peenestrom Wolgast
Peenewerft Wolgast 2006

In den drei Nordbezirken wird die maritime Industrie entwickelt. Die Volkswerft Stralsund und die Peenewerft Wolgast bilden mit der Zulieferindustrie einen neuen Haupterwerbszweig. Fischfang- und -verarbeitungsschiffe aus Stralsund werden zu fast 90% in die Sowjetunion geliefert. Fischverarbeitung entsteht in Barth und Saßnitz. Die Küstenfischerei schließt sich seit 1954 in Produktionsgenossenschaften zusammen. Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist auch in kleineren Städten angesiedelt. 1973 werden die letzten Privatbetriebe verstaatlicht. Das Bauwesen wird ab 1954 durch Großblock-Bauweise industrialisiert. Das beginnt im Norden mit einem Landwirtschaftsbau 1956 im Kreis Greifswald. 1957 entsteht der VEB Vereinigte Kreidewerke Rügen.

1953 werden über 500 Hotel- und Pensionsbesitzer besonders auf der Insel Rügen enteignet und strafverfolgt. Die Häuser erhalten neue Betreiber und Besitzer. Der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), betriebseigene Ferienheime, Sanatorien, Genesungsheime und Bungalowsiedlungen expandieren. Der Tourismus wächst bis 1988 an der Ostsee auf über 3 Millionen Jahresgäste. Größere Neubauten entstehen in Binz und Heringsdorf.

1986 eröffnet der Fährhafen Mukran. Er sichert wegen des politischen Wandels in Polen den Handelsseeweg der DDR in die Sowjetunion.

Die Metallindustrie in Torgelow wird zum VEB Gießerei und Maschinenbau „Max Matern“ mit 2 300 Beschäftigten und überlebt nach 1990 mit reduziertem Personal als Eisengießerei Torgelow GmbH.

Seit 1990 wird in Telekommunikation und Infrastruktur investiert. Erfolgsmodelle in der Nahrungsmittelindustrie werden die Rügenfisch AG und der Rügener Badejunge unter dem Dach der Rotkäppchen GmbH. Die Schweizer Omya AG übernimmt und modernisiert die Kreideverarbeitung. Die Werften wechseln oft die Besitzer und werden subventioniert. Starken Aufschwung erlebt der Tourismus. Die Gästezahl überschreitet die 5-Millionen-Grenze. Wirtschaftlich driften die Küstenregion und die schwache südöstliche Region Vorpommerns auseinander.

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