Maschinen aus Parchim
Eine ungewöhnlich schmal gestaltete Aktie der "MAFAG" aus dem Jahr 1923 enthält auf der rechten Seite die mit ihr verbundenen Gewinnanteilssscheine. Die "Maschinen-Fabrik-Aktiengesellschaft" war erst im Jahr zuvor entstanden und fabrizierte landwirtschaftliche Maschinen, elektrische Apparate und Motoren sowie Industriemaschinen. Angeboten wurden zudem Reparaturleistungen von Automobilen und Kraftmotoren.
Moderne Technik für die Feldarbeit
Die "Pommersche Eisengießerei und Maschinenfabrik AG" entstand 1899 aus Vorläuferunternehmen in Stralsund und der Kleinstadt Barth. Ihre Belegschaft umfasste zeitweise mehr als 500 Beschäftigte, davon bis zu 360 am Standort Barth, der insbesondere wegen der dort gebauten Düngerstreuer einen guten Ruf besaß. Die AG existierte bis 1948 und ging dann auf in den Volkseigenen Betrieb "Landmaschinenwerke Barth".
Eigentümer gehen, Meergott bleibt stehen
Aus einem 1850 geründeten Vorläuferunternehmen entwickelt, entstand 1890 in Rostock die Actien-Gesellschaft "Neptun"Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock. In seiner langen Geschichte durchlief sie mehrfache Eigentümerwechsel. 1927 ging der Betrieb angesichts einer allgemeinen Werftenkrise mit sieben anderen Werften in der Deutschen Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft (Deschimag) auf. Der antike Patron Neptun jedoch überdauerte im Firmennamen, auch in der Folgezeit und bis heute.
Fertigungsprogramm in Krieg und Frieden
In beiden Weltkriegen bestimmte Kriegsmaterial das Fertigungsprogramm der Neptun-Werft. Im Zweiten Weltkrieg wurden hierbei völkerrechtswidrig auch Kriegsgefangene eingesetzt. Zu den bekanntesten Erzeugnissen aus Friedenszeiten zählt der stählerne Frachtsegler Pampa, der am 8. Mai 1891 vom Stapel lief. Das über 77 Meter lange, dreimastige Vollschiff machte sich wegen seiner Geschwindigkeit auf Routen nach Valparaiso und zum Äquator einen Namen. 1922 wurde es abgewrackt.
Kriegsgeschichte ...
Am 31. März 1943 firmierten die "Ernst Heinkel Flugzeugwerke GmbH" in Rostock auf staatlichen Druck um in die "Ernst Heinkel Aktiengesellschaft in Seestadt Rostock". Der Vorteil, den das Unternehmen seit 1933 durch Rüstungsaufträge und eine enge Zusammenarbeit mit dem Reichsluftfahrtministerium genoss, zog nun eine quasi staatliche Verwaltung nach sich, bei der der Firmeninhaber Ernst Heinkel weitgehend entmachtet wurde. Innovative Entwicklungsarbeit, die unter anderem das erste Strahlentriebflugzeug in Rostock hatte entstehen lassen, fand nun nicht mehr statt. Der 1942 im polnischen Budzyn durch Heinkel begonnene Einsatz von KZ-Häftlingen wurde massiv ausgeweitet. In den letzten Kriegsmonaten zählte die AG an vielen Standorten in Deutschland und in besetzten Gebieten insgesamt über 55.000 Beschäftigte, darunter rund ein Drittel Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene.
... und Nachkriegsgeschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ die Heinkel AG die Sowjetisch Besetzte Zone und verlegte ihren Sitz nach Stuttgart-Zuffenhausen, wo während des Krieges bereits ein Zweigwerk bestanden hatte. Sie entwickelte nun Automotoren und wurde bald für ihre Motorroller-Produktion bekannt. Ab 1958 wurde in Speyer auch die Flugzeugentwicklung wieder aufgenommen. Der Firmenname Heinkel verlor sich 1964 bei der Gründung der Vereinigten Flugtechnischen Werke GmbH.






