Von der Pferdebahn zur "Elektrischen"
Seit 1904 fuhr die Rostocker Straßenbahn elektrisch, wie es auf dem Detail eines 2.000 Reichsmark ausweisenden Wertpapiers der Rostocker Straßenbahn Aktiengesellschaft aus dem Jahr 1923 zu sehen ist (Vollansicht unten). Ein Vorgängerunternehmen – die Mecklenburgische Straßen-Eisenbahn Actien Gesellschaft – hatte in Rostock zunächst drei mit Pferden betriebene Linien angeboten.
Eine Aktie, durch und durch aus Rostock
Die Vorlage für das Wertpapier war von J. G. Tiedemann Nachfahren in Rostock hergestellt und wohl auch gestaltet worden. Das hier abgebildete Exemplar hatte allerdings bereits die Rostocker Firma Carl Boldt produziert, die sich im Herstellernachweis am Fuß des Dokuments noch stolz "Hofbuchdruckerei" nannte – fünf Jahre nach der Abdankung des Großherzogs im November 1918. Anders als die Auswirkungen der deutschen Revolution ist die Hyperinflation, die 1923 die Weimarer Republik erschütterte, auf dem Papier ablesbar. Es erfolgte im Kurs 10:1 eine Umstellung des Mark-Wertes auf einen Reichsmark-Betrag.
Autoteile aus vielen Händen
Diese Aktie stammt aus dem Bereich des Automobilverkehrs. Die Produktion von Autos war lange Zeit auf viele Standorte in größeren und durchaus auch kleineren Standorten verteilt. Erst in den 1930er-Jahren erfolgte eine zunehmende Konzentration auf wenige große Betriebsstätten.
Private und öffentliche Investoren
Der Eisenbahnbau und der anschließende Verkehrsbetrieb gehörten zu den weit verbreiteten Feldern des Aktienwesens. In ganz Mecklenburg und Pommern bildeten sich hierzu größere und kleinere Aktiengesellschaften. In diesen traten des Öfteren staatliche Stellen oder Kommunen neben privaten Investoren als anleihende Unternehmer oder Kapitalgeber auf, wie die folgenden Wertpapiere aus Pommern und Mecklenburg zeigen.








