Foto (schwarzweiß, Halbprofil) eines älteren Mannes mit hellem oder weißem Haar. Er trägt einen Anzug. Dr. Felix Kann, Mitte der 1930er Jahre.
Quelle: Familienarchiv Kann.

Felix Kann und seine Familie

Raum 2 der Sonderausstellung

  

Felix Kann wurde am 24.11.1883 in Wien geboren.

Nach dem Besuch der Staatsrealschule in Wien studierte er an der Technischen Hochschule in Wien von 1901 bis 1907; Abschluss Diplom- Ingenieur.

Felix Kann arbeitete bis 1919 in diversen Unternehmen, vornehmlich im Bereich der Brückenkonstruktionen. Von 1919-1921 arbeitete er als Assistent und Ingenieur an der Technischen Hochschule Darmstadt und promovierte dort im Jahr 1920. Von 1921 bis 1922 arbeitete er als Ingenieur in Bremen.

  

Dozent an der Wismarer Ingenieurakademie

Nach dem Umzug nach Wismar arbeitete Felix Kann ab 1922 an der Ingenieur-Akademie in Wismar als Dozent. Im Jahr 1925 erhielt Felix Kann die deutsche Staatsbürgerschaft. Felix Kann arbeitete zusätzlich als Privatdozent an der Technischen Hochschule Braunschweig.

Portraifoto (schwarzweiß) von Antonia Kann Antonia Kann, geb. Beck, um 1923.
Quelle: Stadtarchiv Darmstadt.

Antonia Beck wurde am 22.5.1891 in Darmstadt geboren. Sie arbeitete vom 1915 bis 1917 in einem Lazarett. Während dieser Zeit bekam sie in den Armen Nervenschmerzen, die später zu einer Arbeitsunfähigkeit führten.

 
1920 heirateten Antonia Beck und Felix Kann. Beide waren evangelisch-lutherischer Konfession. Felix Kann war zwar jüdischer Abstammung, die jüdische Religion wurde jedoch in seiner Familie nicht gelebt. 1921 wurde ihr gemeinsamer Sohn Julius Ludwig Kann geboren.

Portraitfoto (schwarzweiß) Julius Kann, Singapur, 1981.
Quelle: Familienarchiv Kann.

Entrechtung, Emigration und Neuanfang

Im September 1933 wurde Felix Kann aufgrund des nationalsozialistischen Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. Er versuchte vergeblich, sich dagegen zu wehren.

  

Aufgrund der sich verschlechternden Umstände im nationalsozialistischen Deutschland emigrierte er 1934 in die Türkei. Seine Frau und sein Sohn folgten 1935. In Ankara arbeitete er von 1934 bis 1936 im Ministerium für Bauwesen. Am 19.5.1939 verstarb er an den Folgen einer Magenoperation in Ankara. Antonia Kann verstarb am 29.6.1953 ebenfalls in Ankara. Ihr Sohn Julius Ludwig Kann ging im Januar 1965 nach Graz, wo er am 23.5.2010 verstarb.